Hausarztpraxis Andreas M. Ploch Facharzt für Allgemeinmedizin Velaskostr. 2, 85622 Feldkirchen
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Nesseltiere

 

Nesseltiere sind Tierarten, wie Quallen, Polypen, Seeanemonen, Korallen u.a. die auf ihrer Körperoberfläche Gift absondern können, welches auf der menschlichen Haut teilweise sehr starke Reizungen oder sogar verbrennungsähnliche Symptome verursachen kann.

Der Giftapparat besteht aus einer Vielzahl kleinster Kapseln, welche bei Berührung aufplatzen und unter hohem Druck je einen kleinen Giftpfeil abschießen, der sich in die Haut des Opfers bohrt und dort sein Gift injiziert.

Leichte Nesselvergiftungen kennt man üblicherweise durch Kontakt mit Brennnesseln, und auch Ameisen verwenden dieses Gift.

 

Die häufigsten schweren Nesselvergiftungen bei Tauchern und Schwimmern entstehen durch Quallen. Besonders gefährlich sind:

  • Portugiesische Galeere (tropische und subtropische Meere)

  • Leuchtqualle (Mittelmeer, tropischer und subtropischer Atlantik)

  • Kompassqualle (Pazifik, tropischer und subtropischer Atlantik)

  • Feuerqualle (Nordsee, Ostsee, kühlerer Atlantik und Pazifik)

  • Würfelqualle bzw. „Seewespe“ (Indopazifik, Australien)

 

Meistens sind Schwimmer betroffen, die in die im Wasser unsichtbaren und oft meterlangen Tentakeln der Quallen geraten und sich darin verfangen. Aber auch Schwämme und Korallen (z.B. Feuerkoralle) können zu Vernesselungen führen.


Symptome der Nesselvergiftung:

Der Kontakt mit dem Nesseltier führt zu einer örtlich begrenzten, stark schmerzhaften Hautrötung mit regionaler Schwellung. In einigen Fällen bilden sich auch Blasen, ähnlich denen nach Verbrennungen. Selten treten nach Kontakt mit Nesseltieren Allgemeinsymptome wie Übelkeit, Erbrechen, Verwirrtheit oder Kollaps auf.

Bei Vernesselungen durch Quallen haften meist noch Tentakeln (Nesselfäden) auf der Haut.

Todesfälle werden durch den Kontakt mit Würfelquallen (Seewespe) und Portugisischen Galeeren beschrieben.


Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Vernesselungen:

  • Keinen Druck auf die Nesselfäden ausüben, die noch auf der Haut haften

  • Betroffene Stellen mit trockenem Sand benetzen und vorsichtig mit einem Spatel abstreichen, niemals Süßwasser zum Abspülen verwenden, da sonst noch restliche Nesselzellen ihren Giftapparat auslösen

  • Betroffene Stellen mit Antihistaminika einstreichen

  • Bei Kontakt mit Würfelquallen betroffene Stellen nur mit Essig abwaschen

  • Weiteren Kontakt mit Nesseltieren vermeiden (Selbstschutz)

  • Gegebenenfalls Ruhe und Schonung für mindestens einen Tag

  • Eventuell Arzt aufsuchen


Vorbeugung gegen Vernesselung:

  • Nie bei erwiesener Quallengefahr zum Baden ins Meer gehen

  • Bei Kontakt mit Nesselfäden Ruhe bewahren, um sich nicht noch mehr in den Tentakeln zu verfangen

  • Kontaktstellen nie mit Süßwasser reinigen

  • Gegebenenfalls mit Kleidung ins Meer zum Schwimmen gehen

 


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© Hausarztpraxis Ploch in Feldkirchen, April 2020